Neuausrichtung auf der Herdschwand gefordert !


Sehr geehrter Herr Gemeindepräsident
Sehr geehrte Frau Gemeinderätin und Herren Gemeinderäte
Die Firma Losinger Marazzi erhielt den Zuschlag für das Grundstück 255, Oberhofstrasse 23/25, um darauf das nicht zu realisierende, überdimensionierte Projekt „Neuschwand“ zu erstellen. Der Verkaufspreis wurde auf 18 Millionen Franken festgesetzt. Im Vorvertrag wurde vereinbart, dass sich der Verkaufspreis entsprechend reduziert, sollte sich die Nettogeschossfläche um mehr als 350 m2 verkleinern. Diese Tatsache wurde vom Gemeinderat in der Abstimmungsbroschüre zur seinerzeitigen Urnenabstimmung allerdings verschwiegen. Im Rahmen der kantonalen Vorprüfungen stellte sich heraus, dass das Siegerprojekt „Neuschwand“ wesentliche Planungsmängel enthält, qualitativen Anforderungen nicht entspricht und gegen übergeordnetes Baurecht verstösst. Beispielsweise wurden 15 Wohnungen in einer Ausrichtung geplant, die mangels Sonneneinstrahlung nach § 152 des kantonalen Baugesetztes verboten sind. Der geplante massive Riegelbau ist so ausgerichtet, dass der grösste Teil der Wohnungen die längste Zeit des Jahres nicht besonnt ist. Die Wohn- und Lebensqualität dieser Wohnungen liegt an der Grenze des Erlaubten und erfüllt so den angestrebten Ausbau für das mittlere und gehobene Wohnsegment in keiner Art und Weise. Das Argument für das ausgewählte Siegerprojekt, welches einen Lärmriegel gegenüber dem Emmen Center bilden sollte, wurde durch ein Lärmgutachten widerlegt. Der Riegelbau diente nur der maximal möglichen Planung von Wohneinheiten. Dies widerspricht der Behauptung des Gemeinderates, keine gewinnoptimierte Nutzung realisieren zu wollen. Aufgrund der kantonalen Vorprüfung muss nun das Projekt Neuschwand wesentlich redimensioniert werden, so dass der Verkaufserlös deutlich unter die dem Volk in Aussicht gestellten 18 Millionen Franken fällt. Der Verkaufspreis wird dermassen reduziert, dass der hohe Erlös als Hauptargument für den Zuschlag an die Losinger Marazzi wegfällt und der Wettbewerb nicht mehr als fair erscheint. Zudem soll nun ein Teil der Gebäude erhalten bleiben. Dies lässt darauf schliessen, dass die Bausubstanz der alten Gebäude wesentlich besser ist, als dies immer dargelegt wurde. Das Komitee «Herdschwand erhalten – zum Nutzen aller» ist der Meinung, dass sich die Grundlage der Volksabstimmung nachträglich dermassen verändert hat, dass die Legitimation für den Verkauf nicht mehr gegeben ist. Zudem ist das Komitee der Ansicht, dass die Projektfehler und das teilweise rechtswidrige Projekt für den Fall der Auflösung des Vorvertrages nicht zu Entschädigungszahlungen führen kann. Das Komitee „Herdschwand erhalten – zum Nutzen aller“ ersucht daher den Gemeinderat, umgehend über den Projektstand zu informieren, den Vorvertrag mit Losinger Marazzi aufgrund der wesentlichen neuen Ausgangslage ohne Kostenfolgen für die Gemeinde Emmen aufzuheben und einen neuen Wettbewerb nach SIA-Norm auszuschreiben, der einen Erhalt eines Teils der Gebäude der Herdschwand nicht per se ausschliesst. Das Komitee spricht sich aber weiterhin gegen eine Umzonung und gegen den Verkauf des Grundstücks aus. Die Gemeinde Emmen wird sich auch künftig entwickeln und hat daher ein hohes Interesse, strategische Reserven an zentraler Lage im Eigentum zu erhalten und selbst zu bewirtschaften.

Freundliche Grüsse
Komitee "Herdschwand erhalten – zum Nutzen aller"

Für das Komitee:
Rolf Stähli Thomas Fueter