Debatte um Herdschwand

Die Bautätigkeit in der Agglomeration Luzern ist gewaltig, auch in Emmen. Ich frage mich, ob wir jetzt wirklich noch weitere 150 Mietwohnungen brauchen, ausgerechnet auf dem letzten zentral gelegenen Grundstück, das der Gemeinde gehört? Klar, der Gewinn aus dem Liegenschaftenverkauf würde sich kurzfristig positiv in der Bilanz niederschlagen. Aber eben nur kurzfristig. Sofern die Gemeinde nicht das chinesische Ein-Kind-Gesetz übernimmt, hat sie als Folge der ungezügelten Bautätigkeit mit Infrastrukturkosten zu rechnen, da heute schon der Schulraum knapp ist, und auch die beiden Betagtenzentren an ihre Kapazitätsgrenzen stossen. Also wo bauen, wenn die Gemeinde ihre beste Liegenschaft veräussert? Das Land ist weg, das Geld ist weg. Dafür lächelt sich irgendein Investor ins Fäustchen, weil er zu einem einmaligen Stück Land gekommen ist. Ich sage zweimal Nein.

Thomas Fueter, Emmenbrücke

Zum Leserbrief von Ernst Widmer FDP in der LZ , Sonntag 18. Februar

Zum Leserbrief von Ernst Widmer, der als Architekt die Studie von 1997 / 2005 ? mit Kosten von 32 Mio. für die Totalerneuerung als Alters und Pflegeheim verfasste, sind drei Dinge klar zu stellen.

Erstens prägte der Verfasser des Leserbriefes den Neubau auf dem Emmenfeld wesentlich mit und ist Mitglied der Geschäftsleitung der Welcome Immobilien AG, welche auch die Ausschreibung der Herdschwand zum Verkauf mittels eines Bieterwettbewerbs im Auftrag der Gemeinde durchführte.

Zweitens stimmte die Stimmbevölkerung von Emmen lediglich einem Vorkaufsvertrag mit Rücktrittsklausel zu und zwar damals 2015 zu einem höheren Preis, einem nun nicht mehr identischen Projekt und ohne das Wissen um die Einbussen beim Finanzausgleich.

Insofern hat sich die Grundlage des Volksentscheides so verändert, dass der Slogan Volkswillen umsetzten der Befürworter des Verkaufs fragwürdig ist. Beim Rücktritt ist laut Kaufvorvertrag nur die Anzahlung von 535`000- zurück zu erstatten.

Drittens trifft es nicht zu, dass der Gemeinde so hohe Kosten für den Umbau entstehen werden. Die Gebäude können einem Investor im Baurecht abgegeben werden, dann winkt gar ein Baurechtszins. Investiert aber die Gemeinde selbst, resultiert langfristig ein sehr gutes Kosten-Nutzenverhältnis. Die Investitionen könnten langfristig abgeschrieben werden.

Die BZ Emmen AG hat übrigens schon 6 Mio. Franken für den Heimfall der Gebäude von der Gemeinde erhalten. Siehe Geschäftsberichte 2015 und 2016 der BZAG.

Es waren übrigens zweimal über 1200 Unterschreibende aus allen Quartieren der Gemeinde Emmen, die sich für einen Erhalt des Landes und der Gebäude zum Nutzen aller bekannten. Daher 2 x Nein am 4.März.

Rolf Stähli, Emmenbrücke

 

Herdschwand: Und die langfristigen Folgen?

Für die kurzfristige finanzielle Lage der Gemeinde mag die Neuschwand zwar gut sein, der langfristige, positive Effekt ist zu bezweifeln. Der Emmer Immobilienmarkt ist gesättigt. 2017 standen 298 Wohnungen leer, davon waren 101 Neubauwohnungen. Die Rabatte auf Mietpreise in der Feldbreite zeigen, dass die gewünschte Klientel nicht angezogen wird. Die Neu­schwand setzt auf dieselbe Strategie wie die bisherigen Überbauungen in Emmen, welche – die sinkenden durchschnittlichen Steuereinnahmen zeigen es – nicht die gewünschte Wirkung erzielt hat. Das Marktsegment, in dem sich auch die Neuschwand befindet, ist gewinnträchtig für die Investoren. Für die Gemeinde resultieren aber Kosten, die mit den Steuereinnahmen nicht gedeckt werden. Für die Grünen Emmen muss das Gebäude nicht er­halten werden. Jedoch sollen, bevor eine Überbauung gebaut wird, auch die langfristigen finanziellen Folgen abgeklärt werden. Die Neuschwand wird der Gemeinde Emmen langfristig maximal eine schwarze Null bringen, für die Grünen Emmen muss ein Projekt auf der Neu­schwand auch einen Mehrwert für die Gemeinde bringen.

Marco Huwiler, Einwohnerrat Grüne, Emmen

 

Leider hat es der Gemeinderat von Emmen versäumt, rechtzeitig nach tragfähigen Alternativen zum Verkauf und Abriss des alten Betagtenzentrums Herdschwand zu suchen. Schon lange vor der Vermietung an das BZ-Unterlöchli waren die Pläne für den Verkauf und Abriss Herdschwand geschmiedet. Hätte man frühzeitig nach lukrativen Alternativen Ausschau gehalten, hätte man sie auch gefunden. Ich bin überzeugt, dass auf der Herdschwand praktisch alles machbar wäre, wenn man nur wollte. Die Einnahmen wären für die Gemeinde so nicht nur einmalig, wie beim Verkauf, sondern wiederkehrend – was der maroden Gemeindekasse gut tun würde. Damit verbliebe das wertvolle Land im Zentrum auch im Gemeindebesitz. Reissen wir darum das Steuer am 4. März 2018 herum und sagen zweimal Nein, nämlich zum Abrisskredit und zum Zonen- und Bebauungsplan Neuschwand.

Sandra Knobel, Emmenbrücke

 

»‹Nein› wäre Ende der Neu­schwand», Ausgabe vom 15. Februar

Der Gemeinderat und das Komitee Pro Herdschwand versuchen mit allen Mitteln, die Bevölkerung davon zu überzeugen, in welch furcht­erregendem Zustand die Gebäude des ehemaligen Betagtenzentrums sind. Sie schmeissen mit ebenso furchterregenden Kosten für eine Sanierung um sich. Das Komitee Pro Herdschwand wirbt mit Slogans wie «Ja zum Erhalt von Kulturland». Dass die Herdschwand-Parzelle weder heute noch in Zukunft Kulturland sein wird, wissen sie offenbar nicht. Sei’s drum!

Ich engagiere mich für den Erhalt der Herdschwand, weil es sich bei diesem Grundstück um ein Filetstück handelt, das nur jemand, der seine fünf Sinne nicht beisammen hat, für eine fragwürdige Überbauung aus der Hand geben würde. Emmen wächst auch ohne die geplante Überbauung Neuschwand und wird in nicht allzu ferner Zukunft Landbedarf haben, um dem Wachstum geschuldete Infrastrukturbauten zu reali­sieren.

Karin Saturnino-Eichenberger, alt Einwohnerratspräsidentin SP, Emmen

Erträgt es eine weitere Grossüberbauung ?

Zur Abstimmung über die Zukunft der Herdschwand in Emmen am 4. März

Das Komitee «Pro Herdschwand» verspricht in seinem Flyer den Erhalt von Kulturland und Grünflächen. Damit will es die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger zu einem Ja zum Abriss des ehemaligen Betagtenheims und zum neuen Bebauungsplan verleiten. Tatsache aber ist, dass die Gemeinde das vierzigjährige Betagtenzentrum abreissen und das gemeindeeigene, zentral und doch ruhig gelegene parkähnliche Grundstück der Firma Losinger-Marazzi verkaufen will, damit hier eine Grossüberbauung namens Neuschwand errichtet werden kann.

Das Gegenkomitee «Herdschwand erhalten zum Nutzen aller» will das Gebäude und dann insbesondere das Land für spätere Generationen retten und es der Gemeinde erhalten. Unsere Gemeinde wächst stetig. In Zukunft brauchen wir dieses zentral gelegene Land für Schulen, Kindergärten, Kitas, Alterswohnungen und anderes mehr. Wir wollen keine Schulen und Kindergärten auf neu überbautem Kulturland zum Beispiel neben dem Flugplatz. Daher zweimal Nein.

Beatrice Baumgartner, Emmenbrücke


Es ist unverständlich, dass auf der Herdschwand keine Anschlusslösung an die Zwischennutzung zu Stande gekommen ist. Damit entgehen der Gemeinde zusätzliche Einnahmen, und der Leerstand zieht eine Schädigung des Volksvermögens nach sich.

Noch hat das Stimmvolk dem Abriss und der Umzonung nicht zugestimmt. Ob die Gemeinde Emmen eine weitere Grossüberbauung verträgt, die zudem mit 1,5 Millionen Steuergeldern vorfinanziert werden soll, darüber befinden wir am 4. März.

Dass ein strukturelles Defizit mit dem Verkauf von Volksvermögen nicht behoben werden kann, haben die letzten Jahre jedoch deutlich gezeigt. Tragen wir deshalb Sorge zu unseren gemeindeeigenen Liegenschaften und dem wertvollen Grundbesitz, damit auch künftige Generationen davon profitieren können.

Judith Portmann, SP-Einwohnerrätin Gemeinde Emmen

Emmen - das frühere Alterszentrum Herdschwand

Kennen wir die Fakten wirklich? Der Emmer Gemeinderat und ein Grossteil des Einwohnerrats erklären das gut vierzigjährige Alterszentrum Herdschwand als abbruchreif! Ja, wenn diese ,,Polit-Bauexperten" recht hätten ... müsste halb Emmen wohl abbruchreif sein! Warum denn diese Abbrucheselei ? Mit dem Verkauf dieses letzten gemeindeeigenen Grundstücks (an die Marazzi AG) soll Kassa gemacht werden. 150 neue Wohnungen sind geplant ! Wohnungen, die Emmen längstens nicht mehr gebrauchen kann, weil Bauboom, Leerwohnungsbestand und vor allem grosse Infra-Strukturkosten bald den Steuerfuss erhöhen lassen. Alle gemeindeeigenen Grundstücke und Liegenschaften, die Emmen bisher verkauft hat, dienten lediglich daztum Budgetlöcher zu stopfen! Nachhaltiges wurde mit diesen Einnahmen leider nie geschaffen. Ueberhaupt wäre die Frage noch interessant, warum wohl das neue Alterszentrum Emmenfeld nicht auf dem ,,Abbruchareal" Herdschwand gebaut wurde, statt am heutigen Standort unterhalb der Flugpiste. Und Alternativnutzungen sind offenbar kein Thema! Aber nochmals ... es geht um das Stopfen von Budgetlöcher - sehen Sie den Puck? Oeffentlicher Grund ist rar geworden! Ohne eigene Grundstticke werden wir eines Tages für den dannzumal benötigten Bedari das Land teuer erkaufen müssen! Ein Verkauf von öffentlichem Grund und Boden muss als Raub am Erbe unserer Kinder und Nachkdmbn bezeichnet werden! Deshalb ein NEIN am 4.März für den Abbruchkredit und für die Zonenplanänderung!

Mac Wijnands, Emmenbrücke
Forum Emmen

Das alte Altersheim Herdschwand Abreissen oder Renovieren?

Am Samstagnachmittag hatte ich die Gelegenheit am Tag der offenen Tür im BZ Herdschwand eine Besichtigung zu machen. Diese führte mir vor Augen das es wirklich wichtig und richtig war, dass unsere älteren Bewohner ein neues Alters und Pflegeheim bekamen . Die Führung machte der Ehemalige Abwart. Es war sehr interessant. 14 Bewohner teilten sich damals ein Bad! Früher war eine Kegelbahn im Keller. Wir sahen den Raum den die Coiffeuse und die Podologin hatten. Nur was sagt uns das über den Zustand des Gebäudes? Nichts. Mit keinem Wort wurde etwas von Schimmel oder Feuchtigkeit erwähnt. Das Gebäude ist 41 Jahre alt. Natürlich muss man nach so vielen Jahren Leitungen ersetzten, das Flachdach reparieren oder die Fassade neu Isolieren. Wäre es doch sonst ein architektonisches Wunderwerk. Aber muss man es gleich abreissen, da es angeblich in einem so schlechtem Zustand ist? Von diesem habe ich übrigens nichts gesehen. Viel besser würde man das Ganze renovieren und anders Nutzen. Es würde tolle Alters oder Studenten Zimmer/Wohnungen geben. Oder für was weiss ich alles. Es sind keine null acht fünfzehn Zimmer, sie sind nicht einfach rechteckig. Natürlich kostet eine Renovation etwas aber es gibt ja auch wieder einnahmen. Abreissen und neu Bauen ist auch nicht gratis. Was übrigens die wenigsten wissen. Im Hauptgebäude hat es noch ein Hallenbad. Da dieses aber auch zu wenig genutzt wurde, wurde es 2003 (?) still gelegt. Zur Zeit stehen da Garderoben. Aber es ist immer noch dicht und nach einer Renovation kann auch dieses wieder in Betrieb genommen werden. Was ich aber gar nicht verstehen kann, warum wurde die Heizung bereits ausgeschaltet? Nicht nur ausgeschaltet, die Zuleitung wurde durchtrennt ?! Jeder Hausbesitzer weiss das ein kalter Winter das Wasser in den Leitungen gefrieren lässt und diese dann bersten. So ein Wasserschaden würde eine Renovation nur unnötig verteuern, eine Versicherung würde in diesem Fall natürlich auch nichts übernehmen.

Jeder der am Samstag an einer Besichtigung teil genommen hatte, konnte sich von einem, dem alter entsprechendem, gutem Zustand überzeugen. Lassen sie das Gebäude nicht abreissen und noch mehr neue Wohnungen in Emmenbrücke Bauen. Stimmen sie am 4. März zwei mal Nein!

Cornelia aus Emmenbrücke