Für die kurzfristige finanzielle Lage der Gemeinde mag die Neuschwand zwar gut sein, der langfristige, positive Effekt ist zu bezweifeln. Der Emmer Immobilienmarkt ist gesättigt. 2017 standen 298 Wohnungen leer, davon waren 101 Neubauwohnungen. Die Rabatte auf Mietpreise in der Feldbreite zeigen, dass die gewünschte Klientel nicht angezogen wird. Die Neu­schwand setzt auf dieselbe Strategie wie die bisherigen Überbauungen in Emmen, welche – die sinkenden durchschnittlichen Steuereinnahmen zeigen es – nicht die gewünschte Wirkung erzielt hat. Das Marktsegment, in dem sich auch die Neuschwand befindet, ist gewinnträchtig für die Investoren. Für die Gemeinde resultieren aber Kosten, die mit den Steuereinnahmen nicht gedeckt werden. Für die Grünen Emmen muss das Gebäude nicht er­halten werden. Jedoch sollen, bevor eine Überbauung gebaut wird, auch die langfristigen finanziellen Folgen abgeklärt werden. Die Neuschwand wird der Gemeinde Emmen langfristig maximal eine schwarze Null bringen, für die Grünen Emmen muss ein Projekt auf der Neu­schwand auch einen Mehrwert für die Gemeinde bringen.

Marco Huwiler, Einwohnerrat Grüne, Emmen

 

Leider hat es der Gemeinderat von Emmen versäumt, rechtzeitig nach tragfähigen Alternativen zum Verkauf und Abriss des alten Betagtenzentrums Herdschwand zu suchen. Schon lange vor der Vermietung an das BZ-Unterlöchli waren die Pläne für den Verkauf und Abriss Herdschwand geschmiedet. Hätte man frühzeitig nach lukrativen Alternativen Ausschau gehalten, hätte man sie auch gefunden. Ich bin überzeugt, dass auf der Herdschwand praktisch alles machbar wäre, wenn man nur wollte. Die Einnahmen wären für die Gemeinde so nicht nur einmalig, wie beim Verkauf, sondern wiederkehrend – was der maroden Gemeindekasse gut tun würde. Damit verbliebe das wertvolle Land im Zentrum auch im Gemeindebesitz. Reissen wir darum das Steuer am 4. März 2018 herum und sagen zweimal Nein, nämlich zum Abrisskredit und zum Zonen- und Bebauungsplan Neuschwand.

Sandra Knobel, Emmenbrücke