Sehr geehrte Mitglieder des Gemeinderates Emmen

Namens des Vorstandes des Quartiervereins Meierhöfli und Umgebung geben wir zur "Teiländerung der Nutzungsplanung und Bebaungsplan "Neuschwand" folgende Stellungnahme ab:

  • Allgemeines zum Projekt und der Absicht einer Umzonung

Nach Einsicht in die aufgelegten Unterlagen und die in der Botschaft gemachten Aussage „In der Herdschwand soll eine neue, qualitätsvolle Wohnüberbauung die bestehenden Gebäude des Betagtenzentrums ersetzen“, haben wir so unsere Zweifel an diesem postulierten Grundsatz. Wir kommen nicht um die Annahme herum, dass die sogenannte Jury beim Investorenwettbewerb 2014 nicht eine qualitätsvolle Überbauung des Areals im Auge hatte, sondern die Frage sich selbst beantwortete, welches Projekt der Gemeindekasse den grössten Ertrag einbringt. Das von der Gemeinde Emmen nachgebesserte Siegerprojekt erfüllt in Bezug auf die beantragte Zonenplanänderung, von der „Zone für öffentliche Zwecke (OeZ), ES II“ in eine Zone „3-geschossige Wohnzone (W3), ES II“, die Anforderungen nicht (Abschnitt D). Der Antrag des Gemeinderates „Für die Quartiere Feldbreite und Herdschwand gelten die Anzahl Vollgeschosse gemäss Bebauungsplan.“ - 2.2 Richtplan als Grundlage zur Umzonung – unterstreicht diese Annahme. Dieser Antrag gilt unserer Meinung nach nur der Gewinnmaximierung (Gemeinde Emmen und Investor), nicht aber der Qualität der Überbauung.

Aus unserer Sicht soll, resp. darf der Riegelbau max. 4 Geschosse aufweisen (inkl. ev. Attikawohnungen, welche wiederum dem Investor mehr Ertrag bringen) und zudem soll er mindestens 2-fach unterbrochen werden (also 3 einzelne Baukörper). Diese drei Baukörper können dann auch ausrichtungsmässig besser ins Gelände gelegt werden und von der Sonnenscheindauer optimaler profitieren (bessere Energieeffizienz, höhere Wohnqualität). Die Lärmbelastung spielt in der bereits fertig verbauten Umgebung keine Rolle. (Strassenlärm und Betriebslärm). Im gesamten Lärmbericht ist jedoch der Fluglärm interessanterweise mit keinem Wort erwähnt!

  • Bemerkung zur Erschliessung

Die Erschliessung der gesamten Überbauung muss ausschliesslich über die Oberhofstrasse erfolgen. Eine zusätzliche Erschliessung über die Herdschwandstrasse ist in jedem Fall zu vermeiden, resp. zu verhindern. Auch die vorgesehenen Reihenhäuser (7-8a) müssen über die Oberhofstrasse erschlossen werden.

Im Verkehrsgutachten ist zudem ein Fehler auf Seite 3 Abb. 2. Die Herdschwandstrasse ist eine Einbahnstrasse und erlaubt keinen Gegenverkehr (wie dargestellt). Das heisst, der Verkehr der wegfahrenden Fahrzeuge scheint nicht untersucht worden zu sein.

Zudem berücksichtigt das Verkehrsgutachten die neue Situation der Verkehrsführung am Seetalplatz überhaupt nicht (Fahrverbot für den Individualverkehr ab Seetalstrasse in die Bahnhofstrasse). Dadurch umfahren ortskundige Automobilisten den Seetalplatz ab Seetalstrasse via Hochdorferstrasse und Schützenmattstrasse Richtung Rüeggisinger- und Gerliswilstrasse. Dies belastet den Verkehr im Quartier zusätzlich und nachhaltig.

  • Bemerkung zu Häuser 8

Hier sehen wir es als sinnvoll, wenn mittels Druck seitens der Bewilligungsbehörde auf den Investor die Idee für studentisches Wohnen durchgesetzt werden kann.

  1. Die Erschliessung der Häuser 8 scheint aus unserer Sicht überhaupt noch nicht gelöst!
  2. Antrag zur Auferlegung einer Pflicht zur Erstellung einer öffentlichen Infrastruktur
  3. Das Wachstum der Gemeinde durch die entstehenden Wohnbauten fordert auch einen Ausbau der öffentlichen Infrastruktur. Wir würden es sehr schätzen und beantragen, dass die Gemeinde Emmen dem Investor die Auflage macht, Räume für Schulzwecke zu bauen.
  4. Wir denken dabei an Raum für mindestens zwei Basisstufen (2 Jahr KG, 1. und 2. PS-Klasse). Dabei können auch Kinder aus der Feldbreite sicher diesen Schulraum zu Fuss erreichen.

Gerne hoffen wir, dass unsere Überlegungen und Bemerkungen in den weiteren Verlauf des Bewilligungsverfahrens mit einbezogen werden.

Freundliche Grüsse

Namens des Vorstands des

Quartiervereins Meierhöfli und Umgebung

Walter Niklaus